TERRA

Verschiedene Arten von Hochmoortorf

Hochmoortorf ist im Handel in vielen verschiedenen Sorten und Qualitäten erhältlich. Die Eigenschaften von Hochmoortorf hängen unter anderem von der Abbautiefe, dem Abbauverfahren und den natürlichen Bedingungen im betreffenden Hochmoorgebiet ab. Im Moorprofil lassen sich von oben bis unten folgende Torfschichten unterscheiden:

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Bunkerde

An der Oberfläche befindet sich eine 25 cm dicke Bunkerde-Schicht. Deutschen Abbauvorschriften zufolge musste die Bunkerde nach der Abtragung der Weißund der Schwarztorfschicht auf dem unter dem Moor liegenden Sand aufgebracht werden. Mit Tiefpflügen wurde die Bunkerde anschießend mit dem Sand vermischt, wonach das abgetorfte Moor für die landwirtschaftliche Nutzung erschlossen werden konnte. Der Abbau von Bunkerde zur Verwendung als Topferde ist heutzutage zwar erlaubt; Bunkerde hat aber den Nachteil, dass sie keine homogene Struktur hat.

Weißtorf (Torfstreu)

Weißtorf, auch Torfstreu oder Torfmull genannt, wird aus der obersten Moorschicht gewonnen. Er ist hellbraun und mäßig zersetzt und kann mindestens das 8-fache seines eigenen Gewichts an Wasser aufsaugen. Die Wasseraufnahme und -abgabe erfolgt langsamer als bei Moostorf. Weißtorf ist je nach Abbauverfahren in unterschiedlichen Porengrößen - von fein bis grob - erhältlich. Feiner Weißtorf wird im so genannten Frästorfverfahren abgebaut. Dabei wird der Torf Schicht für Schicht aufgeraut (“gefräst”), getrocknet und danach abtransportiert. Diese Abbaumethode ist weitaus billiger als das Stechtorf-verfahren, bei dem grober Weißtorf gewonnen wird.

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Moostorf

Moostorf ist schwach zersetztes, junges Torfmoos, das ungefähr das 10- bis 12-fache seines eigenen Gewichts an Wasser speichern kann. Er ist leicht violett und besteht fast ausschließlich aus Torfmoosen (Sphagnum-Arten). Da es sich bei Moostorf um relativ junges organisches Material handelt, bricht er auch schneller als Torfe aus älteren Schichten. Der aus Nordeuropa stammende Moostorf wird derzeit vor allem zur Herstellung teurerer Topferden verwendet.

Schwarztorf (nicht durchfroren)

Nicht durchfrorener Schwarztorf, der auch als Alt-, Baggeroder Industrietorf bezeichnet wird, ist nicht zur Verwendung als Topferde geeignet, da er nach dem Trocknen stark schrumpft und danach nur noch wenig Wasser aufnimmt. Wenn er gründlich getrocknet wird, entsteht sehr harter Torf (Presstorf), der als Brennstoff verwendet werden kann.

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Gartentorf

Gartentorf ist ein wichtiger Ausgangsstoff bei der Herstellung von Topferde. Um für den Gartenbau geeigneten Torf zu erhalten, wird nasser Schwarztorf den Winter über durchgefroren. Die Qualität des auf diese Weise gewonnenen Gartentorfs hängt vom Grad der Durchfrierung ab. Die Durchfrierung von Schwarztorf führt zu einer verbesserten Wasseraufnahme und zu einer geringeren Schrumpfung. Nach dem Trocknen muss der Gartentorf mindestens das 4-fache seines eigenen Gewichts an Wasser speichern können. Die dunkelbraune Farbe von Gartentorf zeigt, dass sich dieser Torf bereits in einem weit fortgeschrittenen Zersetzungsstadium befindet. Er enthält viele feine Teilchen, wodurch sein Luftgehalt relativ gering ist.

Bunttorf

Als Bunttorf wird die Schicht zwischen dem Weiß- und dem Schwarztorf bezeichnet. Dieser Torf ist dunkler und stärker zersetzt als Weißtorf. Bunttorf saugt auch weniger Wasser auf als Weiß- oder Moostorf.

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